| Werbung | |
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Stolz ist jeder, der von sich behauptet, sich durch "die Werbung" nicht beeinflussen zu lassen, denn ein Idealbild unserer Gesellschaft ist die selbstbewußte und autarke Persönlichkeit. Auf der anderen Seite steht das Bild dessen, der "mit der Zeit geht", der weiß, was gerade "in" ist. Doch beide Charaktertypen sind durch die Werbung stärker beeinflußt, als sie selbst meistens wahrnehmen können. Verrufen, bei denjenigen, die darüber nachdenken, ist die Werbung wegen ihrer bewußten Manipulationsabsicht, ihren Spielen mit Neid und Mißgunst und dem Wecken von Bedürfnissen, die eigentlich gar nicht bestehen, bzw. dem Verschieben von echten Bedürfnissen wie Zuwendung, Liebe oder Sexualität auf Ersatzbefriedigungen in Form von Objekten, die die ursprünglichen Bedürfnisse verdecken. So kauft der Kunde, der an der Ladenkasse nach dem ganz bestimmten süßen Riegel greift, eigentlich gar nicht diese oder jene Schokolade, sondern Zuwendung, verbunden mit Abenteuer (MARS) oder Exotik (Bounty), die er durch das "süße Erlebnis" erhält, Vielsagend ist hier meist schon der Markenname, der ganz bestimmte Assoziationen weckt, die mit dem Produkt selber rein gar nichts zu tun haben müssen. Doch selbst derjenige, der von sich behauptet, er lasse sich auf keine Weise von der Werbung manipulieren ("Liberte toujours"), ist nciht immun gegen subtile Manipulationen, die eben auf dieses Unabhängigkeitsbedürfnis abzielen: Zigaretten, Reisen, Outdoor-Ausstattung - mit irgendetwas läßt sich jeder und jede einfangen. Denn für jedes Image gibt es die passende Produktpalette. | |
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